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Der Fachmann im Gespräch

David Folie, Mitarbeiter im Verkauf in den Filialen Bozen und Eppan, über schrille Farbwünsche und sachliche Beratung bei Nordwal.

 

David, wie lange arbeiten Sie schon bei Nordwal?

Das ist mein sechstes Jahr hier. Die Lehrlinge werden sowohl im Firmensitz in Auer als auch in unseren Filialen ausgebildet, daher war ich die ersten drei Jahre in unserem Geschäft in Meran. Seit zwei Jahren bin ich vormittags immer in Bozen und nachmittags in der Filiale in Eppan.


Was gehört zu Ihrem Aufgabenbereich?
Hauptsächlich auf die Wünsche der Kunden eingehen! Geeignete Lösungsvorschläge präsentieren, entsprechende Produkte anbieten, Kostenvoranschläge errechnen, Farbtöne auswählen und an der Mischmaschine mischen, Aufträge bearbeiten und aufgeben.


Liefern Sie auch nach Hause?
Ja, wenn Zustellungen dringend sind. Dafür haben wir unsere Firmen-Lieferautos. Grundsätzlich kommen die Kunden direkt zu uns und nehmen ihren Einkauf auch selbst mit.


Was ist für Sie die größte Herausforderung?
Die Farbmischungen und das immer-am-Laufenden-Sein was das technische Wissen betrifft, denn es kommen immer wieder neue Produkte dazu. Wir haben eine Menge von Produkte für x - beliebige Lösungen, das richtige Anbieten ist nicht immer leicht. Die Qual der Wahl. Unentschlossene Kunden sind auch oft eine Herausforderung.


Sie haben gerade schon gesagt: Es gibt wahnsinnig viele Produkte - wie behält man da den Überblick? Gibt es regelmäßige Schulungen diesbezüglich?
Ja, wir haben zum Beispiel auch diesen Freitag wieder eine Schulung. Wir machen relativ viel firmenintern mit unserem Farbtechniker, der oft zu uns in die Filialen kommt. Auch untereinander, wir in den Geschäften und auch mit unseren Außendienst-Mitarbeitern hören wir uns regelmäßig; wenn man etwas nicht weiß oder einen Zweifel hat dann ruft man einen Kollegen an, der sich im entsprechenden Bereich gut auskennt und einem weiterhelfen kann. Jeder von uns Verkäufern kennt sich in anderen Bereichen besser aus. Somit ergänzen wir uns im Team. Die Kollegen der anderen Filialen sind uns sehr oft rasch behilflich, ansonsten können wir auch direkt die Techniker der Lieferanten kontaktieren.


Wie viele Schulungen finden pro Jahr statt?
Das kommt drauf an, wie viele Produktneuheiten vorgestellt werden und wie viel es an Auffrischung von bereits Eingeführtem braucht. Durchschnittlich sind fünf Schulungen im Jahr geplant. Diese sind meistens farben- oder produktbezogen, aber es gibt auch Verkaufsschulungen. Wer von den Verkäufern aus einem bestimmt Grund an den Schulungen nicht teilnehmen kann, wird von seinem direkten Kollegen in einem zweiten Moment informiert und eingeschult. Dieser Austausch ist zwingend und funktioniert gut. Ziel ist, dass wir alle auf demselben Wissensstand sind.


Wie beraten Sie Kunden bezüglich Farbharmonie und Farbzusammensetzung?
Viele Privatkunden wissen eigentlich schon was sie wollen, und haben dementsprechend eine Farbidee für ihren Raum. Sie kommen her und wir suchen gemeinsam anhand der uns zur Verfügung stehenden Farbtonkarten eine Farbe aus, die ihrer Vorstellung entspricht. Oft bringen sie auch ein Foto der Räumlichkeit mit. Dann sehen wir, wie groß der Raum ist und wie der Lichteinfall. Mit Hilfe unserer Erfahrung und dem Farbengespür, sind wir meistens in der Lage gemeinsam mit dem Kunden eine für ihn zufriedenstellende Farbauswahl zu treffen. Hat der Kunde jedoch wenig eigene Vorstellung, dann berücksichtigen wir auch die Einrichtung, Böden, die Art des Sofas usw. … Je mehr Informationen wir haben, desto leichter fällt es, zusammen eine harmonische und schöne farbliche Lösung zu finden.


Gehen Sie auch zu Kunden nach Hause, um zu beraten?
Wir geben den Kunden normalerweise verschiedene Farbkarten mit, denn es kommt immer aufs Licht an und auf der großen Fläche wirkt ein Ton meistens ganz anders. Hilfreich ist es jedenfalls, die Karten mitzunehmen und sich zuhause mit Partner oder Familie abzusprechen.


Die Trendfarbe 2019 ist Korallenrot. Gehen Privatkunden nach Trends bzw. lassen sie sich von diesen beeinflussen?
Ich würde sagen, nein. Vom neuen Farbton habe ich auch erst kürzlich erfahren. Letztes Jahr war ja dieses Ultraviolett Farbe Nummer 1, da ist eigentlich kein Mensch vorbeigekommen und hat danach gefragt. Im Gegensatz dazu fragen natürlich viele, was der meistverkaufte Farbton ist. Das ist ein sandiger Farbton. Am Ende entscheiden die Kunden dann nach persönlichem Geschmack. Aber nach der Jahresfarbe von Pantone hat mich noch niemand gefragt.


Welche war die schrillste Farbe, die Sie jemals verkauft haben?
Eine Kundin hat Ende letzten Jahres alles sehr kräftige Farbtöne gewählt, Rot, Blau usw. und wollte jede Wand in einer anderen Farbe streichen. Alles in einem Raum. Und die Decke. Aber nachdem wir uns eine Weile darüber unterhalten hatten, hat sie sich dann doch auf zwei Wände beschränkt. Kräftige Farben verkaufen sich generell weniger und wenn, dann eben nur für kleinere Flächen oder einen Streifen Wand. 80% der Leute gehen eher auf sandige Töne oder Pastellfarben, würde ich sagen. Was ich nie verkauft habe, ist Militärgrün zum Beispiel. Im Groben und Ganzen geht aber schon ein bisschen was von allem über die Theke.


Wie passt das zusammen? Technische Details und Farbharmonie? Was fasziniert Sie mehr?
Ich sag mal, das sind zwei Paar Schuhe, ob ich mit Privaten rede oder mit den Profis. Einmal ist es spannender, mit dem Maler technischer zu reden und andere Male ist es angenehmer, mit jemandem zu reden, bei dem man nicht so sehr auf Details eingehen muss. Die Beratung von einem Maler und Handwerker ist generell schwieriger. Aber es ist abwechslungsreich und das ist das, was mir gefällt. Es ist jeden Tag anders, jeder Kunde ist anders.


Bekomme ich einen kurzen Einblick in Nordwals Produktwelt?
Wir haben Spachtelmassen, Metallkitt, Holzkitt, Silikone und Abdeckzeug. Maler, Tischlerbedarf … eine breite Palette. Holzschutz, Holzpflege für Außen und Innenbereich, Abdeckmaterial Öle und Lacke für die Tischler, Verdünnungen, Reinigungsmittel, Tapetenlöser, Tapetenkleber usw. Das, was Privatkunden am meisten kaufen, ist Holzschutz, dann Farben und Lacke, auch je nach Jahreszeit. Viele arbeiten heutzutage mit Europaletten und brauchen dann speziell diese Produkte.


Weil wir schon von Europaletten sprechen … Merkt man in den Geschäften den Hype bzgl. DIY?
Ja, Vintage zum Beispiel ist seit ein, zwei Jahren sehr im Trend, oder eben hat das Selbermachen mit Europaletten stark zugenommen. Dieser “Alt”-Effekt ist angesagt.


Wie schaut es zuhause bei einem Nordwal-Mitarbeiter aus?
;)
Schlicht. (lacht) Ich sag mal, im Zimmer ist eine Wand grün, aber die wird alle ein, zwei Jahre neu gestrichen. Ansonsten ist alles klassisch weiß. Ich kenne aber andere Nordwal-Kollegen, die zuhause viel herumexperimentieren, verändern und Produkte ausprobieren, das ist für das Know-how total super! Aber wie gesagt: bei mir ist es - bis jetzt zumindest - doch sehr schlicht. (lacht)